Berufsausbildung von A bis Z

Von A wie Ärtzliche Untersuchung bis Z wie Deine zuständige Stelle. Hier findest Du alles was wichtig ist, damit Du vor und während Deiner Ausbildung stets den Überblick behälst.

ÄRZTLICHE UNTERSUCHUNG
Das Jugendarbeitsschutzgesetz schreibt eine ärztliche Untersuchung vor Eintritt in das Berufsleben vor. Damit soll der allgemeine Gesundheits- und Entwicklungsstand von Jugendlichen unter 18 Jahren festgestellt werden. Insbesondere wird geprüft, ob die Ausübung bestimmter Arbeiten ihre Gesundheit gefährdet. Entsprechende Berechtigungsscheine gibt es beim Einwohnermelde- oder Ordnungsamt der Heimatgemeinde des Auszubildenden.

AUSBILDENDE
Diejenigen, die einen Auszubildenden einstellen und mit ihm einen Ausbildungsvertrag abschließen.

AUSBILDER UND AUSBILDERINNEN
Die Ausbilder und Ausbilderinnen sind für die ordnungsgemäße Ausbildung i Betrieb verantwortlich und erster Ansprechpartner für den Auszubildenden. Der Name des zuständigen Ausbilders ist im Ausbildungsvertrag angegeben.

AUSBILDUNGSBEGLEITENDE HILFEN
Wenn Auszubildende aus sozialen, persönlichen oder schulischen Gründen zusätzliche Lernunterstützung brauchen, um die Ausbildung erfolgreich abzuschließen, kann die Berufsberatung der Agentur für Arbeit ausbildungsbegleitende Hilfen finanzieren. Dabei erhalten die Auszubildenden Stützunterricht in kleinen Gruppen nachmittags oder am frühen Abend.

AUSBILDUNGSBERATER/INNEN
Ausbildungsberater sind in jeder Industrie- und Handelskammer zur Beratung der Auszubildenden und der Betriebe tätig. Sie beraten objektiv, fachkundig und kostenlos. Sollte es während der Ausbildung zu Streitigkeiten zwischen Auszubildendem und Betrieb kommen, können solche Probleme auf Antrag in einem Schlichtungsausschuss vor der IHK behandelt werden.

AUSBILDUNGSNACHWEISE
Im Rahmen der Ausbildung und für die Zulassung zur Abschlussprüfung sind Ausbildungsnachweise zu führen. Die Nachweise sollen stichwortartige Angaben über die ausgeführten Tätigkeiten im Betrieb und die behandelten Themen im Berufsschulunterricht enthalten. Dem Auszubildenden ist Gelegenheit zu geben, dieses Berichtsheft während der Ausbildungszeit zu führen.

AUSBILDUNGSORDNUNG
Für jeden Ausbildungsberuf existiert eine bundeseinheitliche Ausbildungsordnung, in der die Bezeichnung des Ausbildungsberufes (ggfs. mit Fachrichtungen oder Schwerpunkten), die Ausbildungsdauer, das Berufsbild, der Ausbildungsrahmenplan und die Prüfungsanforderungen festgelegt sind.

AUSBILDUNGSPLAN
Der Ausbildungsplan enthält die sachliche und inhaltliche Gliederung sowie die zeitliche Abfolge der Berufsausbildung. Der Ausbildungsplan ist vom Betrieb für jeden Ausbildungsvertrag zu erstellen und dem Auszubildenden zu Beginn der Ausbildung auszuhändigen.

AUSBILDUNGSZEIT
Die Dauer der regelmäßigen täglichen Ausbildungszeit ist vom Ausbildungsbetrieb im Berufsausbildungsvertrag anzugeben. Ein Hinweis auf tarifvertragliche Regelungen oder Betriebsvereinbarungen reicht hierfür nicht aus. Die regelmäßige tägliche Ausbildungszeit beträgt meist zwischen 7,5 und 8 Stunden. Nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz beträgt die höchstzulässige tägliche Arbeitszeit für Jugendliche 8 Stunden täglich und 40 Stunden wöchentlich. Eine über die vereinbarte Ausbildungszeit hinausgehende Beschäftigung ist besonders zu vergüten oder dem Auszubildenden in Freizeit abzugelten.

AUSLANDSAUFENTHALT WÄHREND DER AUSBILDUNG
Auszubildende können während ihrer Ausbildung bis zu einem Viertel der Ausbildungsdauer ins Ausland gehen um dort zu arbeiten. Bezüglich der Reise- und Unterbringungskosten besteht die Möglichkeit der Inanspruchnahme von

BERUFSAUSBILDUNGSVERTRAG
Er begründet das Ausbildungsverhältnis zwischen dem Ausbildungsbetrieb und dem Auszubildenden. Er muss vor Beginn der Ausbildung schriftlich niedergelegt werden und den Ausbildungsberuf, Beginn und Dauer der Ausbildung, eventuelle Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte, die Dauer der regelmäßigen täglichen Ausbildungszeit, die Probezeit, die Zahlung und die Höhe der Vergütung, die Dauer des Urlaubes, einen Hinweis auf für den Ausbildungsbetrieb geltende Tarif- oder Betriebsvereinbarungen und die Kündigungsvoraussetzungen enthalten. Außerdem gehört der betriebliche Ausbildungsplan dazu. Der Berufsausbildungsvertrag ist unverzüglich nach Abschluss der Industrie- und Handelskammer zur Eintragung vorzulegen.

BERUFSWAHLPASS
Der Berufswahlpass ist ein DIN-A-4 Ringorder für Schüler, der dafür gedacht ist, organisiert und strukturiert an die Berufsfindung und Bewerbung zu gehen. Der Ordner ist in fünf Abschnitte gegliedert, jeweils bestückt mit einem Registerblatt. Die den Abschnitten zugeordneten Einlegeblätter werden dann von den Schülern und angehenden Azubis bearbeitet. Unterstützt werden sie dabei von den Lehrkräften der Schule. Die Schritte der Berufsorientierung werden mit besonderen Blättern noch mal extra betrachtet, denn die dienen als Grundlage für den nächsten Schritt. Den Berufswahlpass bekommt man übrigens am einfachsten über die Schule. Oft wird dann in der Schule auch mit dem Berufswahlpass gearbeitet und gemeinsam der Ringordner mit Leben gefüllt

DAUER DER AUSBILDUNG
Die in der Ausbildungsordnung festgelegte Dauer der Ausbildung bezieht sich auf den jeweiligen Ausbildungsberuf und beträgt in der Regel zwischen zwei und dreieinhalb Jahren. Beginn und Ende der Berufsausbildung sind vom Ausbildungsbetrieb konkret im Ausbildungsvertrag anzugeben. Eine individuelle Verkürzung der Ausbildungsdauer ist unter bestimmten Voraussetzungen auf besonderen Antrag möglich. Ebenso kann auch eine individuelle Verlängerung auf Antrag erfolgen.

INDUSTRIE- UND HANDELSKAMMER
Die 83 Industrie- und Handelskammern (IHK) sind für alle Berufsausbildungsverträge im Bereich der Industrie, des Handels, der Banken und Versicherungen sowie im Gast- und Verkehrsgewerbe zuständig. Um genau zu sein, sind die IHK’s in den genannten Bereichen für alles zuständig, was nach der Unterzeichnung des Ausbildungsvertrages zwischen dem Auszubildenden und dem Ausbildungsbetrieb passiert. Die IHK ist die „zuständige Stelle“.

KÜNDIGUNG
Die Voraussetzungen, unter denen der Berufsausbildungsvertrag gekündigt werden kann, sind in den abzuschließenden Vertrag aufzunehmen und im Allgemeinen bereits auf der Rückseite abgedruckt. Während der Probezeit kann das Berufsausbildungsverhältnis von beiden Seiten jederzeit ohne Einhalten einer Kündigungsfrist und ohne Angabe von Gründen gekündigt werden. Nach Ablauf der Probezeit kann das Berufsausbildungsverhältnis nur aus wichtigem Grund ohne Einhalten einer Kündigungsfrist gekündigt werden und zusätzlich vom Auszubildenden mit einer Frist von vier Wochen, wenn er die Berufsausbildung aufgeben oder den Beruf wechseln will. Des Weiteren ist eine Aufhebung des Berufsausbildungsvertrages durch beiderseitiges Einvernehmen möglich. Eine Kündigung muss schriftlich und außerhalb der Probezeit unter Angabe der Gründe erfolgen.

LEHRSTELLENBÖRSE
Für alle, die noch nicht sicher sind, in welchem Beruf sie eine Ausbildung machen möchten, ist der Besuch einer Lehrstellenbörse sicher lohnend. Hier sind meist eine Vielzahl von Unternehmen versammelt, die ihre Arbeit vorstellen und den direkten Kontakt zu den Bewerbern suchen. Wer solche Börsen gut vorbereitet besucht, kann wertvolle Kontakte knüpfen und sich bestenfalls vor Ort sogar schon einen Ausbildungsplatz sichern.

PROBEZEIT
Jedes Berufsausbildungsverhältnis beginnt mit einer Probezeit. Sie muss mindestens einen Monat und darf höchstens vier Monate betragen. Die konkrete Dauer der Probezeit wird im Berufsausbildungsvertrag festgelegt

PRÜFUNGEN
Mit der Zwischenprüfung, meistens zum Ende des zweiten Ausbildungsjahres, wird der aktuelle Wissensstand getestet. Sie ist ein Muss, hat aber keinen Einfluss auf das Abschlusszeugnis. Es kann niemand durchfallen – im Gegensatz zur Abschlussprüfung: In der Abschlussprüfung muss der Auszubildende nachweisen, dass er die geforderten praktischen und theoretischen Kenntnisse erworben hat und mit dem wesentlichen Berufsschulstoff vertraut ist. Wer durchfällt, kann zweimal wiederholen.

SACHBEZUGSWERTE
Soweit der Ausbildungsbetrieb dem Auszubildenden Sachleistungen wie Kost und/oder Wohnung gewährt, können diese in Höhe von festgesetzten Sachbezugswerten auf die Vergütung angerechnet werden.

TEILZEITBERUFSAUSBILDUNG
Bei berechtigtem Interesse besteht die Möglichkeit eine Ausbildung in Teilzeit zu absolvieren. Typische Fälle sind die Betreuung eines Kindes oder pflegebedürftiger Familienangehöriger. Es kann sowohl bei der täglichen als auch bei der wöchentlichen Arbeitszeit gekürzt werden. In Ausnahmefällen wird die Gesamtausbildungzeit verlängert.

URLAUB
Die Dauer des Urlaubs muss im Berufsausbildungsvertrag festgelegt werden. Für Jugendliche beträgt der Urlaub je nach Alter zwischen 25 und 30 Werktagen; für Erwachsene nach dem Bundesurlaubsgesetz mindestens 24 Werktage.

VERGÜTUNG
Im Berufsausbildungsvertrag muss eine Vereinbarung über die Zahlung und Höhe der Vergütung enthalten sein. Die zu gewährende Vergütung ist spätestens am letzten Arbeitstag des Monats zu zahlen und muss mindestens jährlich ansteigen. Die Höhe der Vergütung muss im Vertrag konkret bestimmt sein; ein Hinweis auf tariflich vereinbarte Ausbildungsvergütungen genügt nicht.

ZUSTÄNDIGE STELLE
Die Kammern führen das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse für anerkannte Ausbildungsberufe, in dem die Berufsausbildungsverträge registriert werden. Außerdem sind sie zuständig für die Organisation und Durchführung der Zwischen- und Abschlussprüfungen sowie die Überwachung der ordnungsgemäßen Ausbildung.

mit feundlicher Untersützung von